LAUSBEFALL

Kopflaus, Filzlaus, Kleiderlaus

Es gibt verschiedene Läusearten, bei deren Übertragung auch unterschiedliche Wege eine Rolle spielen. Meist ermöglichen enger Körperkontakt oder gemeinsam genutzte Kleidung und Textilien die Übertragung der Parasiten.
Kopfläuse
Kopfläuse sind weltweit verbreitet und können im Prinzip zu jeder Jahreszeit auftreten. Sie übertragen keine Krankheitserreger. Ihr einziger Wirt ist der Mensch. Durch Haustiere werden keine Kopfläuse übertragen.
Begünstigt wird die Übertragung, wenn Personen eng beisammen sind. Vor allem Kinder sind betroffen, etwa wenn sie in Schulen oder Kindertagesstätten beim Spielen und Toben die Köpfe zusammenstecken. Auch gemeinsam benutzte Kopfkissen, Mützen, Bürsten und Kämme, in denen Läuse oder Eier hängen, sind mögliche indirekte Übertragungswege, ebenso Fahrradhelme oder Kopfstützen im Auto.
Kopfläuse sind sehr gut an die Lebensbedingungen im menschlichen Haar angepasst, also an Temperaturen zwischen 28 und 29 Grad. Fehlt ihnen dieses Umfeld – und damit die Blutmahlzeiten – überleben sie bei Zimmertemperatur (etwa in einem Kamm mit Haaren) in der Regel höchstens zwei Tage, in Ausnahmefällen bis zu drei Tagen.
Kopfläuse krallen sich zunächst vor allem im Bereich von Nacken, Ohren und Schläfen in den Haaren fest. Denn dort ist die Menschenhaut dünner, was ihnen das Blutsaugen erleichtert.
Ihre Eier (Nissen) kleben die Läuse dicht über der warmen Kopfhaut an die Haare. Bei starkem Befall entsehen so regelrechte Nissen-Ketten aus sichtbaren, weißen Chitin-Hüllen, die Schuppen ähneln. Da sie jedoch am Haar kleben, lassen sie sich mit einfachen Shampoos nicht mehr entfernen.
Nach sieben bis zehn Tagen schlüpfen aus den Nissen die Kopflaus-Larven, und die werden nach neun bis elf Tagen geschlechtsreif. Bei massivem Befall können Kopfläuse auch auf Bart- und Achselhaare sowie die Augenbrauen übergreifen.

Filzläuse
Filzläuse setzen sich vor allem in den Scham-, Achsel- und Brusthaaren fest, bisweilen aber auch in den Wimpern. Begünstigt wird ihr Auftreten durch mangelnde Körperhygiene. Vor allem beim Geschlechtsverkehr, aber auch bei gemeinsamer Nutzung von Betten, Bett- und Unterwäsche sowie Handtüchern können sie übertragen werden. Ohne Wirt überleben sie etwa einen Tag.

Kleiderläuse
Auch die Kleiderläuse ernähren sich von menschlichem Blut. Doch ihre Eier platzieren sie am liebsten in warmen Kleiderfalten- und nähten. Und am wohlsten fühlen sie sich in eng am Körper anliegender Kleidung. Seltene Kleidungswechsel begünstigen das Auftreten von Kleiderläusen. Ohne menschlichen Wirt überleben die Parasiten etwa vier Tage. Die Larven schlüpfen sogar erst nach einem Monat aus den Eiern und entwickeln sich dann zu Läusen. Übertragen werden Kleiderläuse durch Körperkontakt und gemeinsam benutzte Kleidung beziehungsweise Bettwäsche. Kleiderläuse können – vor allem in den Tropen – auch Fleckfieber oder Fünftagefieber übertragen.

Symptome

Bisse der Kopflaus verursachen nach Stunden oder Tagen rote, juckende Stellen, sichtbar vor allem hinter den Ohren und im Nacken. Die Betroffenen kratzen sich, und daraus ergeben sich die weiteren typischen Symptome: aufgekratzte, blutende Haut, die sich infizieren kann. Als Folge der Infektion können Ausschläge auftreten („Läuse-Exzem“). Auch die Lymphknoten können im betroffenen Bereich anschwellen. Wenn Wundsekret an den aufgekratzten Stellen austritt, verkleben und verfilzen die Haare.

Filzläuse verursachen erst Beschwerden wenn sie sich entsprechend vermehrt haben. Dann sehen Betroffene – neben den Nissen an den Haaren – rostartige Flecken in der Unterwäsche, die von den Ausscheidungen der Läuse herrühren sowie von den kleinen Bissverletzungen, die beim Blutsaugen entstehen. An der Haut finden sich linsengroße, blau-graue Flecke um die Biss-Stellen. Nahe der Haarfolikel können punktförmige, gerötete Verdickungen (Papeln) auftreten. Der Juckreiz ist nachts am stärksten.

Kleiderläuse machen sich vor allem an den von Kleidung bedeckten Hautpartien bemerkbar: juckende Papeln durch den Läusebiss, kleine juckende Hautschwellungen (Quaddeln) und Kratzspuren.
Therapie

Läuse und Nissen lassen sich nicht durch das Waschen der Haare mit normalen Shampoos entfernen. Vielmehr müssen spezielle Wirksubstanzen aufgetragen werden, und zwar in Form von Shampoos, Lotionen, Gels oder Sprays. Sie sollen Läuse und ihre Eier abtöten, entweder chemisch (Insektizid) oder physikalisch (indem sie deren Atemwege verstopfen, wie etwa Mittel auf der Basis von Kokosöl).

Anerkannte Wirkstoffe sind zum Beispiel Allethrin, Permethrin und Pyrethrum (ein Extrakt aus Chrysanthemenblüten), aber auch verschiedene Medizinprodukte, die unter anderem Dimeticon und pflanzliche Öle enthalten.
Weil viele Mittel nicht gegen die Eier der Läuse, sondern nur gegen die Parasiten selbst wirken, sollte die Behandlung nach acht bis zehn Tagen wiederholt werden. Um den Erfolg zu überprüfen, werden die Haare begleitend dazu immer wieder mit einem speziellen Läuse- oder Nissenkamm ausgekämmt.

Achtung: Einige auf dem Markt angebotene Wirksubstanzen sind für Kleinkinder und Säuglinge schädlich. Eltern sollten sich daher immer unbedingt vom Kinder- oder Hautarzt beraten lassen, wenn Sie den Verdacht haben, dass ihr Kind Läuse hat.
Ebenso dürfen einige Präparate während Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Vorliegen des MCS-Syndroms (multiple Überempfindlichkeit gegen chemische Substanzen) oder bei Chrysanthemenallergie nicht eingesetzt werden. Auch in diesen Fällen ist es daher ratsam, sich bei einem Arzt zu erkundigen, wie sich die Läuse trotzdem effektiv bekämpfen lassen.
Kopfläuse

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt folgenden Vier-Punkte-Plan für die Bekämpfung von Läusen:

1. Am ersten Tag: Sofortige Behandlung mit einem Arzneimittel oder Medizinprodukt. Anschließend Haare mit Haarpflegespülung und Nissen- oder Läusekamm nass auskämmen.

2. Am fünften Tag Haare erneut spülen und gründlich auskämmen, um nachgeschlüpfte Larven zu entfernen.

3. Zwischen dem achten und zehnten Tag die Insektizid-Behandlung wiederholen. Damit werden auch sehr spät geschlüpfte Larven abgetötet.

4. Am 13. und 17. Tag nach der Erstbehandlung das Haar erneut gründlich nass auskämmen, um die Wirksamkeit der Therapie zu kontrollieren.

Zu den häufigen Fehlern bei der Bekämpfung der Parasiten zählen Mediziner, dass Arzneimittel nicht lange genug im Haar belassen werden (zu kurze Einwirkzeiten), sie zu sparsam oder ungleichmäßig aufgetragen oder durch das triefend nasse Haar ohne Absicht zu stark verdünnt werden. Oft wird auch die erforderliche zweite Behandlung einfach unterlassen.

Filzläuse

Körperbereiche, die von Filzläusen befallen sind, sollten erst gründlich mit Flüssigseife gewaschen, dann mit einem gegen die Läuse gerichteten Wirkstoff behandelt werden. Menschen mit starker Körperbehaarung wird geraten, auch Unterbauch, Gesäß und Oberschenkel zu therapieren, selbst wenn dort zunächst kein Befall feststellbar ist. Mit Pinzette oder Nissenkamm können danach noch verbliebene Nissen entfernt werden.
Sind Augenbrauen oder Wimpern betroffen, dann die Bereiche mehrfach täglich mit weißer Vaseline oder Olivenöl betupfen. Die Läuse ersticken bei dieser Therapie und können dann zusammen mit den Nissen nach ein paar Tagen mit einer Pinzette abgezogen werden.

Kleiderläuse
Kleiderläuse werden eliminiert, indem befallene Kleidungsstücke entweder entsorgt, heiß gewaschen oder einige Tage lang luftdicht verpackt gelagert werden. Im Gegensatz zu Kopfläusen – wo alle Läuse am Kopf beseitigt werden müssen – reichen bei Kleiderläusen solche Maßnahmen zur Bekämpfung meist aus.
Vorbeugen

Wichtigste Vorbeugemaßnahme ist es, Körperkontakte mit Betroffenen zu vermeiden und ihre Kontaktpersonen umgehend zu informieren, um eine Ausbreitung der Kopfläuse zu vermeiden.
Eltern sollten sich bei Verdacht auf Lausbefall ihrer Kinder umgehend ärztlichen Rat einholen. Handelt es sich tatsächlich um Läuse, müssen Schule, Kindergarten beziehungsweise Tagesstätte und andere Gemeinschaftseinrichtungen, in denen der Nachwuchs verkehrt informiert werden. Die betroffene Einrichtung gibt – neben dem Gesundheitsamt – auch jenen Eltern Bescheid, deren Kinder mit dem erkrankten Jungen oder Mädchen die gleiche Schulklasse oder Gruppe besuchen.
Der Körperkontakt mit Befallenen sollte vermieden werden. Bettwäsche, Kleidung, Schals, Kopfbedeckungen, Handtücher oder Kämme sollten Erkrankte und Gesunde nicht gemeinsam benutzen.
Außerdem gilt es, mit zusätzlichen Hygienemaßnahmen sicherzustellen, dass Kopfläuse oder ihre Nissen nicht in Kleidung oder Kämmen überleben, die Betroffene benutzt haben - und von dort auf andere Personen übertragen werden. Dazu sind folgende Maßnahmen empfehlenswert:
• Gründliche Reinigung von Bürsten, Kämmen oder Haarspangen mit heißer Seifenlösung.
• Bettwäsche, Handtücher und Kleidung, die direkt am Leib getragen wurde, wechseln und bei einer Temperatur von mindestens 60 Grad waschen.
• Mützen, Schals, Kuscheltiere – eben alles, was schlecht waschbar ist, doch worauf Läuse gelangt sein könnten – drei Tage lang in geschlossenen Plastikbeuteln aufbewahren. Die (zusätzliche) Behandlung mit Insektizden ist nicht erforderlich. Kopfläuse sind nach spätestens 55 Stunden abgestorben, wenn sie keine Gelegenheit haben, Blut zu saugen. Alternative: Die verlausten Gegenstände zwei Tage lang bei -18° in der Tiefkühltruhe lagern und so die Läuse abtöten.
• Was nicht so einfach in Plastiktüten oder in die Waschmaschine passt, zumindest mit großer Sorgfalt absaugen, wie etwa Teppiche, Polstermöbel, Kopfstützen und Autositze.

Da sich Kleiderläuse und vor allem ihre Eier in Stoffen festsetzen, ist beim Kauf gebrauchter Kleidung Vorsicht geboten. Im Zweifelsfall die erworbenen Sachen zuerst waschen. Auch die Sitzpolster in Bussen oder Zügen können als Übertragungswege in Frage kommen.


Weitere Informationen können Sie unter www.kopflaus.de erhalten.