PROSTATA

Vergrösserung der Vorsteherdrüse

Die Vorsteherdrüse (Prostata) ist eine kleine, etwa kastaniengroße Drüse, welche die Harnröhre beim Mann wie ein Ring umschließt. Zusammen mit den Samenbläschen ist die Prostata für die Bildung der Samenflüssigkeit verantwortlich.
Ab dem fünfunddreißigsten Lebensjahr beginnt die Prostata zu wachsen. Eine gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse bezeichnen Experten als benigne Prostata-Hyperplasie (BPH). Gemeint ist damit eine gutartige Vermehrung des Drüsengewebes der Prostata. Wächst die Vorsteherdrüse nach außen, bereitet dies keine Probleme. Erst wenn die Prostata nach innen, zur Körpermitte hin, wächst und die durch sie laufende Harnröhre zunehmend einengt, bereitet sie Schwierigkeiten: Dies ist die häufigste Ursache dafür, dass Männer mit zunehmendem Alter Probleme beim Wasserlassen haben. Betroffen sind schätzungsweise die Hälfte der über 60-jährigen und 90 Prozent der über 80-jährigen Männer.

Symptome

Zu den charakteristischen Symptomen gehören nächtliches und häufiges Wasserlassen, starker Harndrang, Schwierigkeiten, mit dem Wasserlassen zu beginnen, sowie im Spätstadium unwillkürlicher Harnverlust.

Der Krankheitsverlauf wird gerne in drei Stadien unterteilt:

Frühstadium:
Der Harnstrahl wird schwächer und den betroffenen Männern fällt es schwer, mit dem Wasserlassen zu beginnen. Sie müssen häufig zur Toilette, teilweise in kurze Abständen und oft auch nachts. Mehrere Versuche können nötig sein, um die Blase vollständig zu entleeren. Es kann auch passieren, dass nach dem Wasserlassen Urin aus der Harnröhre nachtropft. Plötzlicher starker Harndrang sowie ungewolltes Absondern von Harn können für die Betroffenen belastend sein.

Fortgeschrittenes Stadium:
Die Blase wird nun nicht mehr vollständig entleert, Urin verbleibt auch nach dem Wasserlassen darin ("Restharnbildung“). Anzeichen dafür sind ein Völlegefühl in der Blase mit ständigem Harndrang. Die Folge: Keime können sich im zurückbleibenden Urin ansiedeln, was das Risiko von Harnwegsinfekten oder Blasensteinen erhöht. Circa ein Drittel der betroffenen Männer leiden zusätzlich unter Erektionsproblemen, noch mehr sogar unter Schwierigkeiten beim Samenerguss; bei den meisten kommt es zu einer deutlichen Abnahme des Ejakulatvolumens.

Endstadium:
Obwohl die Blase voll ist und der Betroffene Harndrang verspürt, kann er die Blase nicht mehr entleeren ("akuter Harnverhalt"). Die überdehnte Harnblase kann starke Schmerzen verursachen. In diesem Fall muss der Arzt den Harn als Sofort-Maßnahme mit Hilfe eines Katheters ableiten.
Bei vielen Patienten kommt es aber nicht zu einem akuten Harnverhalt, sondern die Überdehnung der Blase und die Restharnbildung erfolgt schleichend und unbemerkt ("chronischer Harnverhalt“). Die Folge ist ein sogenanntes Harnträufeln beziehungsweise eine Überlaufinkontinenz. Der Harnstau kann sich in die Harnleiter und nach oben bis in die Nieren fortsetzen und diese dauerhaft schädigen.

Therapie:

1. Kontrolliertes Zuwarten
Geringe Beschwerden, fehlende oder geringe Restharnmengen und ein nur mäßig reduzierter Harnfluss erlauben ein Zuwarten, begleitet von regelmäßigen ärztlichen Kontrollen.
Das Meiden von Alkohol, Nikotin und Kälte sowie die Behandlung von Begleiterkrankungen (zum Beispiel optimale Einstellung eines Diabetes mellitus) kann dem Patienten zusätzliche Besserung verschaffen

2. Einsatz von Medikamenten
Pflanzliche Präparate: Sie lindern bei vielen Patienten im Frühstadium die Beschwerden. Jedoch können sie den Harnfluss selbst nicht wesentlich verbessern und dieProstata nicht verkleinern. Zum Einsatz kommen vor allem Extrakte aus den Früchten der Sägepalme oder der Brennesselwurzel, Mittel mit Kürbissamen oder Roggenpollen.
5-Alpha-Reduktase-Hemmer: Sie verhindern die Umwandlung von Testosteron in Dihydro-Testosteron (DHT). Damit bremsen sie das Drüsenwachstum und verkleinern die Prostata messbar und anhaltend. Als Nebenwirkung kann die Lust auf Sex gemindert werden. Selten können auch Erektionsstörungen auftreten.
Alpha-Rezeptorenblocker: Sie entspannen die Muskelzellen der Prostata, verringern damit den Widerstand am Blasenausgang und verbessern so den Harnstrahl und die Symptome. Die Größe der Prostata können sie nicht beeinflussen. Mögliche Nebenwirkungen solcher Wirkstoffe sind Abgeschlagenheit, Schwindel, Kopfschmerzen und eine Absenkung des Blutdrucks.

3. Operation
Bei starken Beschwerden, deutlicher Restharn-Ansammlung oder gar einem Harnverhalt, kommt ein operativer Eingriff in Betracht. Auch bei wiederkehrenden Harnwegsinfekten, Harnblasensteinen oder einer Beeinträchtigung der Nieren, ist eine Operation das Mittel der Wahl.
Am häufigsten wird derzeit die transurethrale Resektion der Prostata (TURP) durchgeführt. Hierbei wird durch die Harnröhre (transurethral) eine elektrische Schlinge eingeführt und damit das überschüssige Gewebe, welches die Harnröhre einengt, abgetragen und abgesaugt.

Nur bei sehr stark vergrößerten Vorsteherdrüsen kommt noch eine Entfernung der Prostata über einen Schnitt im Unterbauch in Frage.

Mittlerweile gibt es auch minimalinvasive Operationstechniken, wie etwa Laserverfahren, Mikrowellen-Thermotherapie oder Nadelablation. Ziel ist es, schonender als die übliche Operation zu sein, weil zum Beispiel weniger Narkosemittel eingesetzt werden müssen und der Blutverlust während des Eingriffs geringer ist. Doch für viele dieser Verfahren fehlen noch Langzeitstudien oder sie werden nur an einzelnen Krankenhäusern angeboten.