RHEUMA

Chronische Polyarthritis

Die Rheumatoide Arthritis (RA; früherer Name: chronische Polyarthritis) ist die häufigste chronische entzündliche Erkrankung, welche überwiegend die Gelenke befällt. Die Erkrankungshäufigkeit von Frauen überwiegt diejenige von Männern im Verhältnis 3:1. Die Krankheit kann in jedem Lebensalter, ja sogar bereits im Kindesalter auftreten (juvenile RA).

Ursachen
Die Ursache für die Entstehung einer RA ist noch immer nicht endgültig geklärt. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass zu Beginn des Krankheitsprozesses Zellen des Immunsystems aktiviert werden, welche sich in einer Autoimmunreaktion gegen den eigenen Körper richten und zu Beginn vor allem die Gelenkoberflächen zerstören.
Das klinische Bild der RA variiert stark zwischen den einzelnen Patienten und zeigt auch innerhalb eines Patienten im Verlauf starke Schwankungen.

Symptome
- Nächtliche und morgendliche Gelenkschmerzen
- Morgensteifigkeit der Gelenke von mehr als 15 Minuten
- Schwellung der Gelenke
- Allgemeines Krankheitsgefühl mit Müdigkeit und Erschöpfung, ev. Fieber zu Beginn und im weiteren Verlauf, insbesondere bei Schüben Die Erkrankung schreitet entweder langsam fort oder schubförmig
- In späteren Stadien Deformationen des Skeletts, vor allem der Finger

Die dazwischenliegenden Intervalle sind unterschiedlich lang. Selten heilt die Krankheit nach einem ersten Schub wieder ganz aus, meist ist die RA eine chronische Erkrankung. Ist anfänglich nur das Bindegewebe der Gelenksinnenhaut (Synovium) betroffen, schreitet die Entzündung und Zerstörung ohne wirksame Behandlung weiter und ruiniert Knorpel, Sehnen und Knochen. Häufig betroffen sind die Fingergrundgelenke, Handgelenke, Fingermittelgelenke, Zehengrundgelenke, Schultergelenke, Kniegelenke, Sprunggelenke und Ellbogen.

Wichtig: Je früher die Diagnose gestellt und mit der Basistherapie begonnen wird, desto besser ist die Prognose.

Therapie
Die Medikamente, welche für die Behandlung der RA benutzt werden, können in drei Gruppen aufgeteilt werden.

Nicht-steroidale Entzündungshemmer:
Diese Substanzen wirken ausschliesslich symptombezogen (Schmerzen und Entzündungszeichen werden gemildert). Sie können weder die Ursache noch den Krankheitsverlauf beeinflussen.
Kortison-Präparate (Glucocorticoide):
Bei der RA, insbesondere in Phasen sehr hoher Krankheitsaktivität, kann auf ihre Verwendung als eine Art therapeutische "Feuerwehr" kaum verzichtet werden. Daneben hat sich in letzter Zeit herausgestellt, dass niedrig-dosierte Kortikoide bei der RA die Zerstörung von Knorpel und Knochen hemmen und damit auch eine basistherapeutische gelenkschonende Wirkung besitzen.
Basistherapeutika:
Basistherapeutika wirken nicht symptomatisch akut gegen Schmerz und Entzündung. Ihre Wirkung zeigt sich erst im Verlauf von mehreren Wochen bis Monaten. Sie greifen gezielt in den Krankheitsablauf ein und sollen das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen, im Idealfall sogar zum Stillstand bringen. Durch ihre Wirkung kann der Bedarf an symptomatischen (die Krankheitszeichen aber nicht die Ursache unterdrückenden) Medikamenten und Kortison-Präparaten reduziert werden. Zu den Basistherapeutika gehören auch die Zytokin-Hemmstoffe. Zytokine sind körpereigene Substanzen, die eine Mittelfunktion zwischen Zellen innehaben, die an der Entzündungsreaktion beteiligt sind. Ein bei der RA offenbar wichtiges Zytokin ist der sogenannte TNF-alpha (Tumor Nekrose Faktor alpha). Seit einiger Zeit stehen Präparate zur Verfügung, welche die Wirkung des TNF-alpha blockieren und zu einer Besserung der Beschwerden führen. Weitere ähnliche Präparate werden folgen.
Synoviorthese: Gelenkseinspritzungen: Entzündungshemmende Medikamente.

Hauptziel der physikalischen Therapie ist die bestmögliche Erhaltung beziehungsweise Verbesserung der Selbständigkeit und der Lebensqualität.
- Schmerz-Reduktion
- Gelenksveränderungen (Deformitäten) verhindern
- Bewegungsausmass erhalten/verbessern
- Erhalten und verbessern der Muskelkraft und Muskelausdauer

Mehr Informationen unter Deutsche Rheuma-Liga